CALL FOR CONTRIBUTIONS TRANS 33 ‹REALITY›

29.03.2018

 

In der kommenden Ausgabe des trans Magazins werden wir uns mit dem Thema Realität beschäftigen. Nachdem wir uns entschieden haben, dass sich alles um Realität drehen soll, fiel uns eine Ausgabe ‚trans Real - Wirklichkeit und andere Realitäten‘ aus dem Jahr 2000 in die Hand. Im Vorwort zur siebten Ausgabe von trans steht«Der Begriff der Realität erscheint immer verschwommener. (…) Liegt für Architekten in der Fokussierung des Blicks auf den Alltag ein kritisches Potential, um sich der Grenzenlosigkeit heutiger Simulationswelten zu entziehen, oder sollte man sich gerade die unendlichen Möglichkeiten dieser Welten zum Thema machen?». 
Wir finden, es ist viel passiert in knapp zwanzig Jahren und wollen die Thematik neu aufrollen. Das Gefühl, dass Realität immer verschwommener scheint, hat sich zugespitzt. Und man muss sich fragen, ob es heute denn überhaupt noch möglich ist, sich dieser Simulationswelt zu entziehen.  
Das architektonische Entwerfen zu automatisieren ist keine Unmöglichkeit mehr. Immer wieder werden Studien publiziert, die thematisieren, dass auch der Architekturberuf schon in einigen Jahren so nicht mehr existieren wird. Wir meinen nicht, dass man diese Realitäten und Prognosen einfach so hinnehmen soll. Doch um sich kritisch damit auseinander zu setzen, müssen wir auch etwas darüber wissen. Viele Architekturschulen werden umstrukturiert, um besser den Anforderungen des «Marktes» zu entsprechen. Um von solchen Entwicklungen nicht überrannt zu werden, müssen wir diese Prozesse früh genug erkennen und kritisch hinterfragen. Das HIL-Gebäude auf dem ETH-Campus Hönggerberg mag eine Insel im Ozean der Realität sein, doch es ist unausweichlich sich Phänomene wie ‹fake news›, Renderings, Hyperrealität, Banalität, Konstruktion, Täuschung, Irrealität, Fortschritt, Markt, virtuelle Realität, erweiterte Realität oder auch einfach den grauen Alltag genauer anzusehen. Wir sollten die Werkzeuge der jetzigen Realitäten kennen, um diese nicht nur anzuwenden sondern auch kritisch hinterfragen zu können. Wird der Beruf der Architektin/des Architekten mehr und mehr in Frage gestellt, kann das auch den Blick öffnen um über ganz andere Möglichkeiten der Architektur nachzudenken. 
Denn wenn wir uns das Jetzt klarer bewusst machen, kann auch kritischer über das Demnächst gesprochen werden. 

Wir suchen Arbeiten aus den Bereichen Architektur, Kunst, Wissenschaft und Theorie, die sich mit dem Begriff Realität auseinandersetzen. Beiträge können in Form von persönlichen Essays, Dokumentationen, Aufsätzen, Grafiken, Photographien, (…) eingereicht werden. Wir sind zunächst an einer kurzen Beschreibung eures Vorschlags interessiert, der bis zum 8. April an trans@arch.ethz.ch gesendet werden kann.
 
Eure Redaktion: Anna, Sara, Selina und Julius